Wiederholter Angriff auf Antifas in Magdeburg

19Jan08

Hier ein Bericht von Betroffenen heute:

Der heutige Tag in Magdeburg ist zwiespältig zu sehen: Nazis können fast völlig unbehelligt durch die Stadt marschieren, daneben völlig absurdes Vorgehen der Polizei gegen friedlich protestierende Zivilgesellschaft und Antifas. Daneben allerdings eine sehr schöne und kraftvolle Demo „Gegen kollektives Rotz und Wasser“, die sich letztendlich selbst von massivstem Druck der Polizei nicht einschüchtern ließ und ihr Demonstrationsrecht durchsetzte.

Massiv eingetrübt wird das Bild allerdings durch die Aktivitäten der notorischen „Antifaschistischen (sic!) Aktion Magdeburg“ (AAMD), Gruppe Internationale Solidarität (GIS) und der Frauengruppe Magdeburg, welche sich einmal mehr an diesem Tag nicht gegen die aufmarschierenden Nazis, sondern gegen AntifaschistInnen richteten.

Zum ersten Übergriff kam es gen 13:45, als die Antifademo auf dem Breiten Weg in Höhe der „Grünen Zitadelle“ von der Polizei gestoppt wurde. Fast gleichzeitig mit dem rechtswidrigen Stopp der Demo durch die Polizei gab es einen weiteren Angriff auf den hinteren Teil der Demo, als ein Mob von ca. 20-30 unter Gebrüll versuchte, die Demonstration anzugreifen. Dies wurde von der Polizei verhindert und die AngreiferInnen zogen sich auf die Kundgebung des „Bündnis gegen Rechts“ zurück. Einzelne, exponierte Figuren aus der GIS beobachteten das Treiben höhnisch lachend vom Fußweg aus.

Leider war dies jedoch nicht Alles an diesem Tag: Gegen Abend, als sich Antifas aus Leipzig von den Strapazen des Tages (7 Stunden Demo, davon 3 Stunden gestanden, Knüppel- und Pfeffersprayeinsatz der Polizei) erholen wollten, wurden sie wiederum aus einer Gruppe, bestehend aus Mitgliedern der drei berüchtigten Gruppen, ob eines israelsolidarischen Armbandes eines Leipzigers angegriffen. Dabei wurde ein Fahrrad als Waffe eingesetzt und mehrere Boxhiebe in die Gesichter der LeipzigerInnen verteilt, und diese mit „Das ist unsere Stadt, verpisst euch !“, „Viva Palästina“ und „Haut ab auf euer Dorf“ bedacht.
Da es sich bei der Leipziger Gruppe um Opfer der Übergriffe vom 27.1.2007, 13.06.2007 und 27.06.2007 handelte – als „A“AMD, GIS und Frauengruppe TeilnehmerInnen einer Shoah-Gedenkkundgebung bzw. zwei Veranstaltungen des Antifa-Inforpartals Magdeburg angriffen, und die Täter auch dieselben waren, ist ein gezielter Angriff zu vermuten.

Wenn nicht bereits durch die vorherigen Vorfälle, muß jetzt auch dem und der letzten klar sein, daß diese Gruppen mit linker Politik rein gar nichts zu tun haben. Sie gehören aus allen linken Zusammenhängen ausgeschlossen. Wer nicht nur BesucherInnen einer Shoah-Gedenkkundgebung und Antifa-Veranstaltungen angreift, sondern an einem Tag, an dem mehrere hundert Nazis ungestört in der Stadt marschieren (und dagegen aber auch mal rein gar nichts auf die Reihe bekommen), Antifas angreift, sollte dann am Ende doch lieber gleich bei den Nazis mitmarschieren.



8 Responses to “Wiederholter Angriff auf Antifas in Magdeburg”

  1. bei besagter Situation in der Innenstadt vorm Hundertwasserhaus riefen Personen aus der Gruppe:
    „Nie wieder Israel“ und „USA – Internationale Völkermordzentrale“

    Solidarität mit den betroffenen des Übergriffs!

  2. 3 Anonymes Wiesel

    Ach, Schnickschnack. Der Kampf gegen Nazis ist ein Auslaufmodell vergnügungssüchtiger Jugendlicher und soll doch nur von wichtigerem ablenken: dem Kampf gegen den Musel! So jedenfalls sagt es die Gruppe Morgenthau in ihrer denkwürdigen Schrift „Brutalstmögliche Aufklärer“. Also erkennt die Zeichen der Zeit!

    Die wichtigsten Zitate im folgenden:
    „Wie sonst, als im Kampf gegen einen neudeutschen Volksfeind, den Nazi von der NPD, lässt sich – vorausgesetzt man ist für Tierschutz und Klimageschwätz zu unverbraucht – erlebbarer die Gewissheit abholen, eine wahre und gerechte Sache zu vertreten. […] Hierin liegt die konstitutive Bedeutung solcher Nachmittage im Zeichen angewandter Erlebnispädagogik für organisierte Antifaschisten. Die Suche nach Sinn, Abenteuer und selbstverwalteten Gemeinschaftserlebnissen ist traurig, aber für sich genommen der Rede nicht wert.
    […]
    Militanz, deren Potential und jeweiliges Resultat von den Lohnschreibern, Polizeiplanern und den Verkündern des Aufstandes gleichermaßen überschätzt wird, fungiert, da von Revolution zu reden bloß noch peinlich ist, als eigenständige Spaßquelle; die jeweilige Aktion ist auf den Skandalwert, der Nachwuchs locken und Eltern schocken soll, fixiert. Nicht anzulasten ist den Antifas, dass ihre Praxis den allgemeinen Zug der infantilisierten Gesellschaft spiegelt, wohl aber, dass dieses lächerliche Tun als Ausweg angepriesen wird.
    […]
    Bei so viel Wichtigkeit stehen Fragen, die mit begründetem Recht als welche ums Ganze zu sein hätten, etwa der, wie antisemitischen Mordkollektiven im Iran oder anderswo entgegenzutreten wäre, erst gar nicht erst zur Diskussion.“

  3. Hallo Wiesel, schön das du die Zitate hier anbringst. Du sprichst mir aus dem Herzen. Ich sehe es ähnlich, ich nenne es nur etwas anders.

    Antifa ist für mich ein schöner Zeitvertrei, ein Hobby sozusagen. Ja, ein Hobby, mehr ist es eigentlich nicht. Wer vorgibt, dass es mehr als dies sei, der ist im Grunde ein armer Tropf. Und ganz ehrlich, wenn ich mir die „Szenejungs“ und die handvoll „Szenegirls“ aus Magdeburg mal näher ansehe, dann muß ich doch feststellen, dass die ihren Gammelstudentenalltag und ihr Hartz-IV-Dasein garnicht anders füllen könnten als mit „Antifaschistisch-Revolutionärer Politik“. Die können ja nix anderes, als faseln und sich in eine Welt hinein träumen, in den starke Männer glorreiche Schlachte gegen scheinbar übermächtige Gegner schlagen.
    Wenn man die Magdeburger Szene mal subsumieren möchte, dann kann mann das getrost unter dem Begriff „Totalverlierer“ tun. Hässlich, dumm, borniert und modisch auf einem absteigenden Ast.

    LANG LEBEN DIE SEKULÄREN ARABER!
    WOHLSTANDSANTIFAS, HÖRT AUF UNS ZU LANGWEILEN!

  4. immer schön vom thema ablenken, ne? zur not mit style-tipps. obwohl ich mir die dann lieber nicht aus den anti-imp-kreisen in magdeburg holen würde. nee nee


  1. 1 Magdeburger antisemitischen Antiimps Reloaded // riot propaganda
  2. 2 Der Antiimperialismus als Bindeglied für rechts und links « Antifa Duisburg
  3. 3 some people see which way the wind’s blowing // against weblog

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