Zweierlei deutsches Gedenken

11Nov08

Folgendes erreichte uns per Rundmail. Um über die Ereignisse des Wochenendes zu informieren, veröffentlichen wir dies nun. Bereits hier gab es schon einen Bericht zum Thema.

„nachfolgend ein kurzer persönlicher Bericht zu verschiedenen – sehr deutschen – Aktivitäten zum 9. November in Halle/Saale.

Bereits am 8. November veranstalteten die DKP, KPD, KPF und SDAJ eine Demonstration mit dem fragwürdigen Motto „Gegen Geschichtsrevisionismus, Faschismus und Sozialabbau!“.  Mitaufrufer war dabei die Magdeburger Gruppe „Zusammen kämpfen“. Dies ist der Zusammenschluss der antizionistischen Schlägertrupps „Autonome Antifa Magdeburg“ (AAMD), „Gruppe Internationale Solidarität“ (GIS) und der „Autonomen Frauengruppe“. Da gerade diese Leute immer wieder vermeintliche und tatsächliche Antideutsche terrorisieren (u.a. gehen die Angriffe auf eine israelsolidarische Veranstaltungsreihe in Magdeburg auf ihr Konto), sollte es Gegenaktivitäten geben. Etwa 30 Leute erschienen und entrollten Transparente („Nie wieder Deutschland“ und „Antisemitismus bekämpfen heißt: Solidarität mit Israel“) und zeigten Israelfahnen. Die Teilnehmer der Demonstration waren schnell in Pöbellaune. Einige arg versoffene Punker begannen zu grölen und zu prollen. Einigen von ihnen gelang es nur sehr schwer, ihre Affekte zu kontrollieren. PLO-Sprechchöre wurden gerufen und allerlei Müll geredet (der Klassiker, dass „die Juden mit den Palästinser das tun, was die Nazis mit ihnen gemacht haben“ wurde tatsächlich so gesagt). Wir riefen dem Mob Sachen entgegen wie „Nazis raus“, „Gegen linken Antisemitismus…“ „Lang lebe Israel“ und – was tatsächlich stimmte – „Ihr seht so Scheiße aus!“. Die Magdeburger Kameraden waren sichtlich irritiert, als sie ankamen und uns sahen, da sie offenbar nicht mit einer Gegenaktion gerechnet hatten. Diese posten dann zwar etwas rum, Anstalten, auf uns loszugehen, machten sie allerdings nicht. Als die Demonstration loszog, beschlossen wir nach Hause zu gehen. Die anwesende Polizei setzte uns allerdings einige Zeit fest, da sie uns unterstellten, die Veranstaltung stören zu wollen.

Wie Antisemitismus gutmenschlicher Prägung aussieht, zeigten eine Merseburger Professorin (Maria Nühlen) und ein Fotograf (Jochen Ehmke). Diese eröffneten am 9. November (!) ihre Fotoausstellung mit dem unglaublichen Titel: „“Jerusalem 2008 – Lange Schatten des 9. November?“. Auf dem Plakat, das die Ausstellung bewirbt, ist die Mauer von Jerusalem zu sehen mit der Beschriftung „From Warsaw Ghetto to Abu-Dis-Ghetto“. Das Ganze ist Teil des offiziellen Programms zum Gedenken an an die Reichspogromnacht.
Im Gespräch mit der MZ sagte  Nühlen: „Es ist an der Zeit, Fragen stellen zu können“ angesichts 60 Jahren Israel. Welche Fragen sie nun stellen könne, verriet sie allerdings nicht. Auch nicht, wer ihr das vorher verboten hatte. Und weiter die MZ: „Die Ausstellung sei im Kontext zum 9. November 1938, der Reichspogromnacht, ebenso wie dem des Jahres 1989 zu sehen, in dem in Deutschland die Mauer fiel. Mauern, so Ehmke, gibt es schließlich im Heiligen Land bis heute.“ Das Anliegen des Duos war also so eklig, dass wir mit Israelfahne und einem Transparent zur Ausstellungseröffnung kamen. Dabei wurde dieses Flugblatt verteilt. Die Eröffnung war sehr gut besucht. Die Fotos selbst sind eher langweilige Momentaufnahmen. Auf Schautafeln wird  u.a. skandalisiert, dass 400 schwer bewaffnete Soldaten – selbstverständlich militante – Siedler beschützen. Natürlich wird nicht skandalisiert, dass dieser Schutz überhaupt nötig ist. Das „Arabische Haus“ ein hallischer Verein, der vor allem PLO-Lobbyarbeit macht, zeigte sich mit der Ausstellung zufrieden, da diese offenbar genug die angebliche Opferrolle der Palästinenser würdigt. Der Ausstellungsleiter und einige der Besucher reagierten recht empfindlich und gereizt auf die Flugblattaktion.“

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