Nicht ohne mein Abendkleid, Eröffnung der O2-Arena

10Sep08

Die Eröffnung des Kotzbrockens von Halle betrifft viele Menschen. Daher denken wir, dass sich auch alle eingeladen fühlen sollten. Neben äußerst erwünschten dezentralen Aktivitäten jeglicher Art soll eine nette Massenperformance für mehr Kratzer im Bild des Glamour-Ereignisses sorgen. Was nicht heißen soll, dass wir uns nicht schick machen würden: Wir werden in (gern queerer) Abendgarderobe gen Zeremonie schreiten. Nach der gemeinsamen Ankunft vor der O2-Arena wollen wir Kontakt zu den anderen geladenen VIPs aufnehmen, uns mit ihnen vermengen, um schließlich die Enteignung der Feier durch die massenhafte Teilnahme aller zu zelebrieren.

www.ms-versenken.org

DJs: Na wir alle

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3 Responses to “Nicht ohne mein Abendkleid, Eröffnung der O2-Arena”

  1. Wie wirkt sich bspw. MediaSpree auf die Sozialstruktur (resp. Gentrification) in Berliner Zentralbezirken aus? Dazu befragte die JungleWorld im Interview den Stadtsoziologen Sigmar Gude, dessen jüngste Studie über die Sozialstruktur im Bereich zwischen U-Bahnhof Prinzenstraße und Schlesischem Tor.
    Das komplette Interview ist jetzt auch online nachlesbar.

    Im Wrangel-Kiez geht nun insbesondere die Angst vor der nahegelegenen Mediaspree um, zu Recht?

    Ja und nein. Ja, weil es auch dort eine leichte Tendenz des Zuzugs von kinderlosen ein­kom­mens­starken Haushalten gibt, trotzdem ist es nicht vergleichbar mit den Prozessen am Prenz­lauer Berg. Die Menschen halten ihre Miet­er­höh­ungen in den Händen, und da ist Gentri­fi­zie­rung natürlich die erste Erklärung. Und in so einer Situation wird Mediaspree als zusätz­liche Bedrohung empfunden. Wegen der Vertragsfreiheit der Vermieter kursieren diese Ängste beson­ders bei den Gewerbemietern. Aber nach meiner Erfahrung wirkt sich so etwas wie Mediaspree nicht in unmittelbarer Nachbarschaft aus. So führte der Potsdamer Platz nicht zu einer Aufwertung des Viertels rund um die Lützow­straße. Der Daimler-Manager mit dem hohen Ein­kom­men sucht eher eine gute Verkehrsanbindung für sein Auto, um in den grünen Randlagen wohnen zu können. Dies wird auch bei Mediaspree passieren. Selbst den gut bezahlten Kreativen, der nicht ins Grüne will, zieht es eher ans Paul-Lincke-Ufer oder in den Prenzlauer Berg als in den Wrangelkiez.

    Warum?

    Weil es dort viel zu viele Widerstände gibt. Dies fängt an bei der Qualität der Wohnungen bis hin zur eher widerständigen Bevöl­ke­rungs­struk­­tur. Das »Bionade-Biedermeier« kann hier keine »vollständig befreiten« deutschstämmigen Zonen schaffen wie in Mitte oder im Prenzlauer Berg. Deshalb kommen nur Leute nach Kreuzberg, die mit dieser Mischung leben können. Als Besitzer eines hochwertigen Autos würde ich in der Wrangelstraße nicht ruhig schlafen können. Vielleicht stoßen die »Car-Lofts« in der Nähe des Paul-Lincke-Ufers, wo man sein Auto neben sein Bett stellen kann, ja auch bewusst in diese Marktlücke. Und noch immer wird man als Krawattenträger in Kreuzberg 36 komisch angeschaut. Auch bräuchte eine solche Umstruk­turierung eine ganz andere Nachfrage, wie zum Beispiel in London oder Paris, die ich nicht sehen kann. Dafür fehlen in Berlin Hundert­tausende von Arbeitsplätzen.

  2. Solche Aktionen sind toll und zeigen den versnobten Vips ihre allzu „menschliche“ Abstammung. Nur weiter so, der Blog ist toll!

    gruß,
    Maria


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