Das Magdeburger Gefühl – ein Nachruf auf die deutsche Linke

16Nov08

Vortrag und Diskussion
mit Justus Wertmüller und Jan Gerber

Eine Veranstaltung von Salon Bolschewique
und der ag no tears for krauts Halle.

Donnerstag, 18. Dezember 2008, 19.00 Uhr
im Blow Up
Otto-von-Guericke-Straße 60, Magdeburg

Magdeburg ist nicht nur die heimliche Hauptstadt der Zone – hier verdichtet sich all das, was aus Fernsehberichten über unappetitliche Orte wie Delitzsch, Schocha, Röbel oder Schkeuditz bekannt ist. Auch die Magdeburger Linke ist in ihrer übergroßen Mehrheit eine Art Brennglas der deutschen Linken. Zwar will man in der Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts weder etwas von „Multituden“ und „Diskursen“ noch von „Gender“, „Critical whiteness“ oder „Dekonstruktivismus“ wissen – ganz zu schweigen von „kritischer“ Solidarität mit Israel. Hier hält die Mehrheitslinke, scheinbar unbeeindruckt von den bundesweiten Debatten, am klassischen Völkerkunde-Antiimperialismus, der Liebe zum Proletariat und der Parole „Tod den Zionisten“ fest. Gerade durch diese plumpe Art verraten die Magdeburger Volksfreunde allerdings immer wieder unfreiwillig, was sich hinter dem aufklärerisch und fortschrittlich daherkommenden Jargon ihrer Hamburger, Düsseldorfer oder Kreuzberger Genossen verbirgt. Die an Butler, Negri, Deleuze, Zuckermann und Co. geschulte deutsche Linke muss sich dementsprechend, wie nach zwei Überfällen auf Veranstaltungen der Israel-Solidarität im letzten Jahr geschehen, in dem Maß von der stumpfsinnigen Haudrauf-Mentalität der Magdeburger Antiimperialisten distanzieren, in dem sie deren Vorgehen gegen die Störer des linken Betriebsfriedens hinter vorgehaltener Hand gutheißt oder zumindest „verstehen“ kann. In diesem Sinn ist das „Magdeburger Gefühl“ auch ein Hamburger, Düsseldorfer oder Kreuzberger Gefühl.

Es sprechen Justus Wertmüller und Jan Gerber. Justus Wertmüller ist Redakteur der Zeitschrift „Bahamas“, Jan Gerber ist Mitherausgeber des Buches „Rote Armee Fiktion“ (Freiburg: Ça-Ira-Verlag 2007) und schreibt u.a. regelmäßig für „Bahamas“.

Danach: Die große Reeducation Gala mit Egotronic („Raven gegen Deutschland“, Berlin).

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13 Responses to “Das Magdeburger Gefühl – ein Nachruf auf die deutsche Linke”

  1. 1 Edi

    Hat die AAMD Stress gemacht?

  2. 2 futurzwei

    eine frage an propheten? dezember kommt noch, wah.

  3. 3 @Edi

    Da musst du die fragen, die bei den Übergriffen auf israelsolidarische Antifaschisten dabei gewesen sind. Davon soll es ja in letzter Zeit einige gegeben haben.

  4. 4 Jara

    Die erwähnte Veranstaltung wird bereits im Vorfeld bei http://www.freiezeiten.net/ im Forum diskutiert….

  5. Schade. Zu den beiden Referenten würden auch noch gut die Büso und Däniken passen.

    Aber mal im Ernst, was in Magdeburg passiert, passt auf keine Kuhhaut. Bemerkenswert ist, dass ausgerechnet Gerber und Wertmüller einige der wenigen sind, die das Problem in Magdeburg thematisieren.

    Schade ist es deswegen, dass sich durch das Referat der beiden nichts ändern wird. Die Fronten in Magdeburg sind doch klar.

    Lustig finde ich aber Phrasen wie: „Magdeburg ist die heimliche Hauptstadt der Zone“ – das finde ich persönlich sehr unfair gegenüber Städten, die viel mehr gefühlte Hauptstadt sind – oder „In diesem Sinn ist das „Magdeburger Gefühl“ auch ein Hamburger, Düsseldorfer oder Kreuzberger Gefühl.“ – dazu fällt einem echt nichts ein. „Ein Kreuzberger Gefühl“. Brüll!

    Genau. In mir ist es auch schon ganz wertmullerig. Oder war das jetzt zu gerbig?

    Also rein gefühlsmäßig finde ich es ok. Aber ich wohne in Kreuzberg. Und da müsste man ja eigentlich eher ein Magdeburger Gefühl haben.

  6. 6 dick

    die aamd gibt es nicht mehr, die leute von denen gesprochen wird, setzen ihren plumpen völkischen antiimperialismus in der gruppe „zusammen kämpfen“ (zk) fort. der name „alleine kämpfen“ wäre situationsgemäß angebrachter, denn sie geraten in immer heftigerer kritik der magdeburger linken, auch ehemaligen mitgliedern der aamd und anderen antifaschistischen gruppen aus sachsen-anhalt. bewusst wurden auch schon aktionen vom zk boykottiert. md besteht nicht nur aus stumpfen antiimps, es liegt vielen md’ern daran dieses schlechte bild loszuwerden. es ist dabei wichtig das zk auszugrenzen, denn sie verbreiten schwachsinnige und stumpfe kritik! hört bitte auf md auf so einen standard zu diffarmieren, der auf eine sehr kleine personengruppe zurückzuführen ist.

    <a href=“http://

  7. ach so, ja, dass butler und zuckermann eigentlich die ideologischen grundlagen von zusammen kämpfen teilen und überhaupt ja das alles voll links ist und auch noch alles das gleiche, zum glück kommen solche halbweisheiten nur nach magdeburg, in berlin würde nämlich keine sau zu diesem debilen egozentriker wertmüller hingehen. also dann, nieder mit reflexion und dialektik, und auf nach magdeburg!

  8. 8 dick

    kommt alle am 17.01.09 nach magdeburg um den geschichtsrevisionismus in die schranken zu verweisen und den naziaufmarsch zu stoppen.

    16.01.2009
    Antifaschistische Kundgebung und Kranzniederlegung
    in Gedenken an die gestorbenen AntifaschistInnen
    10.00 Uhr/Westfriedhof

    17.01.2009
    Antifaschistische Demonstration und dezentrale
    Aktionen gegen den Naziaufmarsch
    10.00 Uhr/Hauptbahnhof-ZOB

    (http://absa.blogsport.de)

  9. 9 Ede

    Wer steckt denn nun wieder hinter der „absa“?

  10. 10 Anonymous

    lesen wäre angebracht!

  11. 11 Edi

    Ich würd ja jetzt gern die Eingangsfrage noch mal pushen?


  1. 1 MD « Wurst oder Käse?
  2. 2 Unterricht in Sachen linker Bewegungsgeschichte « streifschuss

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