jetzt aber richtig

12Okt08

Das Durchschnittsalter des Publikums der öffentlich-rechtlichen ARD und ZDF beträgt 58 Jahre. Sendungen, die sich an vermeintlich junges Publikum richten, werden dennoch oder vielleicht erst recht von Oldies konsumiert. „Bravo-TV“ gucken die 46 Jährigen, die Teenager-Serie „Berlin, Berlin“ Zuschauer mit 48 Jahren. Warscheinlich sind es dann die Freunde der örtlichen Altenheime, die sich das recht anspruchsvolle Programm „Das kleine Fernsehspiel“ (einmal wöchentlich in der Nacht vom Montag zum Dienstag) reinziehen. Vermutlich sind auch sie es, die mit Kissen unter den Ellenbogen des Nächtens Graffiti-Sprüher in urbanen Gefilden bei der örtlichen Polizei anschwärzen oder selbst die Schrotflinte zücken. Für all diejenigen die dann nachts mit vollgemachter Inkontinenz-Slips auf ihrem Sessel rumhängen, hat sich ZDF etwas ganz Besonderes ausgedacht:

„Vom 6. Oktober bis zum 27. Oktober 2008 präsentiert „Das kleine Fernsehspiel“ des ZDF fünf Filme, die sich mit der Entwicklung der Hip Hop Kultur der letzten dreißig Jahre beschäftigte.“ Gezeigt wird dabei Graffiti, Hip Hop, Breakdance.  Letzte Woche lief der von allen Seiten gelobt Film „Wholetrain“, der mit den Schlagworten „Sozialdrama, Graffiti-Szene, authentisch, atmosphärisch dicht“ von der Filmbewertungsstelle (FBW) als „Besonders Wertvoll“ bewertet wurde. Wenn das mal nicht was Handfestes ist, womit selbst die Omi und der Vati was anfangen können und auch für die Fenstergucker-Fraktion, die nach dem Film vielleicht doch eher Kaffee und Kippen für die Schmierer bereit gestellt hätten. So richtig „real“ wird es aber erst in den nächsten Wochen:

Montag, 13. Oktober 2008, 00.40 Uhr
„Wild Style“
Montag, 20. Oktober 2008, 00.00 Uhr
„Here We Come“
Montag, 27. Oktober 2008, 23.55 Uhr
„Love, Peace and Beatbox“
Und im Anschluss: 01.05 Uhr
„Lost in Music – Hip Hop Hooray!“

Ein guter Versuch des ZDF: Sich mit Klassikern oder Filmen, die sich zumindest mit Oldies, über deren Jugend unterhalten, auch mal die Enddreißiger erreichen zu wollen.  Christian Cloos ist Redakteur des kleinen Fernsehspiels und bestimmt auch schon vierzig, war aber schon immer richtig dabei und findet das ganze Thema und besonders die Reaktionen ganz toll.

Sich der Wurzeln des Ganzen bewusst zu werden, reicht aber eben dann doch nicht, wenn Hip Hop heute so aussieht wie er aussieht.



2 Responses to “jetzt aber richtig”

  1. 1 wildstyle forever

    ey watt können denn filme dafür, wenn sie im scheiß zdf gezeigt werden? der text is irgendwie total unsinnig. was soll jetz sein? was is dein problem? bist du jetzt voll oberreal und das screening is schon zu krass „commercializzzzation“ oder was soll sein?

    hiphophoooooray!

  2. Wildstyle kann man sich schon anschauen, da geb ich dir recht. allerdings hast du, glaub ich, was nicht richtig kapiert: die kritik richtet sich an den versuch, mit romantischen old-school bildern sich der kritik an der gegenwärtigen rap und hip hop realität zu entziehen. spannender wäre es doch gewesen, das in den fokus zu rücken und sich zu fragen, wie es von den anfängen des rap, meinetwegen auch in D, zu hass-rap a la aggro, g-hot, usw. kommen kann. vielleicht gehörte dieser hass auch schonm immer dazu? guck dir mal nen paar myspace-profile an, jede verdammte dorf-gang „rappt“ solche texte. aber is klar, “Das kleine Fernsehspiel” will uns ja eigentlich nur die blumige Vergangenheit präsentieren.


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