die wiederkehr des leibes

12Okt08

Was haben die sich gefreut – vom neuen Theater in Halle. Medienanfragen ohne Ende. Ein ausverkauftes Haus bis in den Dezember hinein, noch vor der ersten Vorstellung. Ein Glücksding für alle Beteiligten. Fast. Denn auf einmal fragt gar die „Kindergarten FAZ“: „…ist das nicht mittlerweile alles entsetzlich langweilig?…“(taz).
Fakt ist: »Feuchtgebiete« von Charlotte Roche war Anfang 2008 nicht zu entkommen. Sämtliche Feuilletons fühlten sich über Wochen verpflichtet, die Story des Buches irgendwo zwischen Ekel-Werbung und notwendiger Gegenidentifikationsvorlage zum grassierenden Schönheitswahn zu verorten.
Andere sahen darin die Deutungshoheit über das F-Word verschoben.
Einen lesenswerten Text hat nun der Psychoanalytiker Thomas Ettl dazu vorgelegt. Dort wird neben zahlreichen spannenden Deutungsversuchen auch ausgeführt, warum die Heldin des Romans keinen emanzipatorischen Gegenentwurf zur strahlenden Selbstzurichtung bieten kann und das Leiden an der Gesellschaft lediglich mit anderen Mitteln zu lösen versucht.
Wir dokumentieren im Folgenden und danken Beatpunk für diesen Hinweis.

„Feuchtgebiete“ oder die Wiederkehr des Leibes

Thomas Ettl*

Mit medizinischem High-tech und Lifestyle- Medikamenten ist es der modernen Medizin möglich, den Leib vom Körper zu trennen. Der Leib haart, schmutzt, riecht, ermüdet, schmerzt, wirft sich in Falten, altert, kurz: ist lästig, fordernd und Angst einflößend. Er ist dem Schönheitskult Inbegriff des Unsauberen und Hässlichen, und wird, da mit Schönheit unvereinbar, geschmäht. „Schönheitsarbeit“ (Menninghaus, 2003) wird zur Ekelvermeidungsstrategie“ (Böhme, 2003), Schönheitschirurgie zum invasiven Eingriff in die Gesundheit, zur an den Chirurgen delegierten Selbstverletzung. Nun erlaubt das Tilgen der Leibspuren zwar die Illusion eines zeitlosen, durchhygienisierten Körpers, da es jedoch der Leib ist, der dem Körper seine Individualität verleiht, handeln sich die Menschen neben einem gestörten Körperbild eine alles Begehren löschende Merkmallosigkeit ein (vgl. Ettl, 2006).

Um Selbstverletzung geht es auch in dem im Frühjahr 2008 erschienenen Roman „Feuchtgebiete“ von Charlotte Roche, der in kurzer Zeit zum Bestseller wurde. Man könnte ihn auch als Ratgeber verstehen, was ihm zu seiner Prominenz verholfen haben dürfte. Er versteht sich in erster Linie als Protest gegen den Schönheits- und Hygienewahn und wurde im Feuilleton entsprechend gewürdigt. Und in der Tat: in diesem Roman kehrt der im Schönheitskult geschmähte und verdrängte Leib aus seinem Exil zurück und überschwemmt den hygienisierten und chirurgisch geschönten Körper mit seinen Feuchtgebieten bis buchstäblich hinter die Ohren. Das „Paar von Körper und Leib“ (Böhme) soll wieder vereinigt werden.

Worum geht´s? Die Protagonistin, die 18 jährige Helen, Scheidungskind, eröffnet freimütig, bei ihr gehöre der Arsch zum Sex und demzufolge sei er dem modernen Rasurzwang unterworfen. Bei dieser „Schönheitsarbeit“ zieht sie sich eine Analfissur zu. Ein Krankenhausaufenthalt wird erforderlich. „Alles das Ladyshaven schuld“, Helen bündig. Im Krankenhaus, Ort der Romanhandlung, erforscht sie „mit geilem Wissensdurst“ experimentierfreudig ihre Feuchtgebiete, präsentiert jedem ihr nacktes, geschundenes Hinterteil und gewährt Einblick ins Rektum, das sie allerdings mit dem ´Ursprung der Welt´ (Courbet) zu verwechseln scheint. Diese manische Präsentierlust ist jedoch Residuum einer peinlichen Szene aus der Schulzeit, wie Helen mitteilt. Dieses „luftige Gefühl hintenrum“ kenne sie aus ihrem wiederkehrenden Kindheitsalptraum. Sie stehe an der Haltestelle, warte auf den Schulbus und merke, sie habe vergessen, eine Unterhose anzuziehen. Das merke man zu Hause nicht, aber in der Öffentlichkeit wolle man lieber sterben, als mit nacktem Arsch unterm Rock entdeckt zu werden. Und das genau in einer Zeit, so Helen, als die Jungs mit den Mädels ´Deckel hoch, Wasser kocht´ gespielt hätten.

Die Scham von damals hat sie heute in Lust gewendet. Das Interesse der Männer an ihrem Po interpretiert sie als besondere Zuwendung, als Liebesbeweis. Der Venushügel hingegen beruhige sie und diene ihr seit Kindertagen zum Einschlafen, wenn sie Angst habe. Er sei für sie die wichtigste Stelle am ganzen Körper, ihr Zentrum, schön warm und perfekt auf Handhöhe gelegen. Sie könne am besten einschlafen, wenn sie da ein bisschen rumstreichle. Der Venushügel und die dahinter verborgenen Körperhöhlen scheinen ihr sicherer Ort zu sein.

Helens geiles Körpererforschen führt den Leser zum Quellgrund jener Besessenheit, einem sublimiertem erotischem Aufgeregtsein, das Wissenschaftler oder Künstler bei ihrer Arbeit benötigen. Sie hat ihren Ursprung in den libidinös besetzten Feuchtgebieten des Körpers, die das Kind erforscht. Allerdings hat die Psychoanalyse mit dieser Sichtweise schon manchen pikiert. Entrüstet zeigen sich auch Teile des Feuilletons. Aber so ist das eben. Schlüpfrig anzüglich wird berichtet, was Kinder beim forschenden Doktorspiel bewegen dürfte, aber für sich behalten oder nicht zu artikulieren wagen.

Zudem erlaubt der Roman dem Leser Einblick in den Vorgang des Erschaffens des Leibes, wie ihn jedes Kleinkind zu Beginn seines Lebens vornehmen und in der Pubertät unter dem Eindruck der Körperveränderung fortsetzen muss. Zunächst nur mit einem anatomischen Körper ausgestattet, lebt das Kind am Anfang in einem von der Mutter geliehenen Körper, genauer: in einem von der Mutter lange vor seiner Zeugung unbewusst erstellten Körperentwurf, einem „imaginärer Körper“ (Dolto). Der Säugling hat noch keinen Leib und somit keine Individualität. Den Leib muss er sich erst erarbeiten. Schritt für Schritt bildet er sich in einer Art Collage (Rodulfo, 1996) aus dem mütterlichen Entwurf seinen eigenen Leib. Böhme (2003) spricht von Leibsein als Aufgabe. Seine Materialien bei der Leibherstellung sind Milch, Brei, Rotz, Schleim sowie Blicke und oralen Phantasien, mit denen er vom Körper der Mutter Teile abpflückt. Die Mutter wird zu diesem Zweck angefasst, abtastend erforscht, zerlegt, beschmiert; kurz: benutzt.

Eindringlich und unanständig schildert Helen diesen Vorgang aus der Adoleszentenperspektive, insbesondere wie sie andere weibliche Körper als Steinbruch benötige, um sich bei ihrer Leibkonstruktion Teile von Körpern anderer Frauen zu übernehmen. Dazu habe sie während ihrer Schulzeit Kontakte zu Freundinnen gesucht, später zu Prostituierten. Hatte sie mit ihrer Busenfreundin gleichzeitig die Periode, so hätten sie auf der Schultoilette ihre gebrauchten Tampons ausgetauscht. Auf Kommando habe jede ihren Tampon unter der Trennwand durch zur anderen rübergeworfen, die sich ihn dann reingestopft habe. Vorher habe sie die Tampons der Freundin genauestens untersucht. Wer wisse schon, wie benutzte Tampons von anderen Mädchen aussähen: „Na, gut. Wer will das überhaupt wissen? Außer mir. Ich weiß“, so Helen. Sie irrt. Alles schon da gewesen in der Frauenbewegung anno 1980, dort unterm Titel: Gemeinsam bluten macht stark (vgl. Klein, 1981). Aber nun haben wir 2008 und Helen hat bei Puffbesuchen zur Erforschung des weiblichen Körpers Weiteres gelernt. Sie traue sich nicht, ihre Mutter oder ihre Freundin zu fragen, ob sie bereit wären, die Muschi mal kurz für sie aufzuspreizen, um ihren Wissensdurst zu stillen. Auch würde sie gerne ihre kleinen Brüste mit den harten, rotbraunen Brustwarzen mit den großen Brüsten mit den weichen, hellrosa Brustwarzen ihrer Freundin tauschen. Sie stellt sich vor, wie ihnen beiden vom Schönheitschirurgen die Brüste abgeschnitten und der anderen wieder drangenäht würden.

Die formende Funktion, die andere Personen für die Erschaffung des eigenen Leibes haben, hat auch der Spiegel. So auch bei Helen. In ihrem Badezimmer befänden sich all diese nützlichen Spiegel, mit deren Hilfe sie sich selber gut von unten in die Muschi reingucken könne und erklärt uns, welche Rolle der Spiegel für eine Frau einnehme. Eine Frau sähe ihre Muschi von oben am Bauch vorbei betrachtet ganz anders als ein Mann, wenn er im Bett mit dem Kopf zwischen ihren Beinen hänge. Sie sähe da nur ein kleines Büschel Haare abstehen und zwei Hubbel, die äußeren Schamlippen andeutend. Mit dieser ´Entdeckung´ über die eingeschränkte Körperwahrnehmung knüpft sie an die ´Spiegelphase des Feminismus´ der 8o-iger Jahre an, als Frauen Selbstuntersuchungen in Wochenendseminaren angeboten wurden.

Der Spiegel vervollständigt das Körperbild, macht aber auch der Fremdverfügung über den eigenen Körper und dem Gefühl, ein anderer weiß mehr über meinen Körper als ich selbst, ein Ende. Helen will sich so sehen wie ein Mann sie sieht. Der sähe mehr von ihr als sie selbst. Als Frau sei sie unten so komisch versteckt um die Ecke rum gebaut. Auch wolle sie als Erste wissen, wie ihr Schleim aussieht, riecht und schmeckt. Sie wolle nicht da liegen und hoffen, alles komme gut an. Die Kenntnis vom eigenen Körper gibt Sicherheit, so signalisiert sie, und macht die Selbstwahrnehmung unabhängiger von der Fremdwahrnehmung. Sie will sich nicht ausschließlich im männlichen Blick gespiegelt sehen. Helen entrüstet, es könne ja nicht sein, beim Sex die Beine für einen Typen breit zu machen und selber keine Ahnung zu haben, wie sie da unten aussehe, rieche und schmecke. Das ist sicher von großer Bedeutung und befreiend.

Zur Erforschung ihres Körpers gehört auch, dass sie sich einmal selber K.O.-Gas ins Gesicht gesprüht hat. Sie wollte für ihr „Lebensbuch“ wissen, wie sich das anfühlt. Das Lebensbuch dürfte eine Art virtuelles Tagebuch sein, in welches sie alle Erfahrungen ihren Körper betreffend einträgt, seien sie visueller, taktiler, olfaktorischer Natur. Das Lebensbuch als ihr Körperbilderbuch – eine hübsche Idee.

Ich lasse Helen jetzt mit ihrer Körperbeschäftigung alleine. Man kann sich an Hand ihrer Schilderung vorstellen, was in einem Kleinkind vor sich gehen dürfte, wenn es aus seinem anatomischen Körper einen persönlichen Leib herstellt. Damit die Leibkonstruktion gelingt, bedarf es des Glanzes im Auge der Mutter, ihres Verliebtseins. Dabei hüllt die Mutter ihr Kind in wärmende narzisstische Libido ein. Fehlt diese, fehlt dem Kind die Energie zum Leibmachen. Es resigniert, hat keine Möglichkeit, sich selbst narzisstisch zu besetzen und bleibt lebenslänglich darauf angewiesen, von anderen narzisstische Zufuhr für den Leib zu bekommen. Auch Helen ist nicht frei von diesem Bedürfnis.

Konstruktion des eigenen Leibes bedeutet immer zugleich Enteignung der Mutter. Sie muss ihren Körper zur Verfügung stellen. Manche Mütter verweigern sich, so dass das Kind bei seiner Arbeit scheitert, da die Mutter am Besitz des Körpers des Kindes festhält. Diese Kinder erleben ihren Körper als fremd, als nicht zu ihnen gehörig. Der anatomische Körper bleibt unbeleibt. Ihnen ist es gleichgültig, was mit ihm geschieht. Solches beobachten wir immer wieder bei Patienten mit einer Essstörung. Sind sie dann in der Behandlung mit ihrem gestörten Körperbild beschäftigt, suchen sie vorübergehend lesbische Erfahrungen. Sie benötigen – wie Helen – den Körper einer anderen Frau als Spiegelbild.

Alles in allem präsentiert sich Helen als „geöffnete Venus“. Didi-Huberman (1999) ist in seiner Venus-Studie der Verflechtung von Nacktheit, Gewalt, Schönheit und Krankheit nachgegangen und zitiert Odo von Clunys ernüchternde Analyse der Schönheit: Die weibliche Anmut stecke ganz und gar in der Haut. Könnten Männer ins Innere des Körpers blicken, der Anblick der Frauen wäre ihnen Anlaß zu Ekel. Nichts als Schleim, Blut, Säfte, Galle, „nichts als einen Sack voller Exkremente“. Nun – das ist die Weibvermeidungsstrategie eines Mönches und natürlich eine projektive Identifikation, wie wir heute sagen würden. Der Mönch sieht im Weib den eigenen Dung. Helen kümmert dieser Ekel nicht. Sie will als Sack voller Dung umarmt werden, schüttet ihn sogar vor uns aus, mit Lust, wie sie betont. Wir sehen den Leib pur. Kurzum: „Feuchtgebiete“ reinstalliert den durch den Schönheitskult geschmähten Leib und führt zusammen, was dort nur unter Verlust an Lebendigkeit, Sinnlichkeit, Begehren, an Individualität künstlich von einander getrennt wurde. Nur – Helen schießt übers Ziel hinaus. Jetzt drohen Körper und Schönheit zu verschwinden. Auch das kümmert sie nicht. Sie will den Inhalt, nicht die Oberfläche geliebt wissen. Das Motiv der Umkehrung von innen nach außen muss bedeutsam sein. Am Ende des Romans taucht es wieder auf. Dort sagt Robin, ihr Krankenpfleger, zu ihr: „Ich schlafe erst mit dir, wenn du es schaffst, einem Pony so feste am Arschloch zu saugen, dass es sich von innen nach außen stülpt.“ Welche Hürde! Arme Helen, ob sie das je schafft? Aber dazu später. Sagen wir vorläufig einfach: In „Feuchtgebiete“ stülpt sich Helen von innen nach außen – von Teilen des Feuilletons als (allerdings nicht so ganz) neue sexuelle Emanzipation gefeiert. Das überrascht nicht. Jedwede Wiedervereinigung, hier die des Paares von Körper und Leib, vermag eine euphorische Stimmung auszulösen, eine Hypomanie, die sich im Erfolg des Buches widerspiegeln dürfte.

Nun hat sich die erste Aufregung gelegt, in die Feuilletons ist wieder Trockenheit eingekehrt und es ist die Zeit für eine nüchterne Bestandsaufnahme gekommen. Die zeigt: der Roman bebildert eine erschütternde Trostlosigkeit und wird darüber zum Zeitdokument einer Kindheit.de. Verschiedene Rezensionen haben dies im Blick, ohne jedoch das Trostlose konsequent in Relation zu Helens Sexualität zu setzen, zumal auch diese bisweilen vor Trostlosigkeit trieft. Die Sexualität lässt sich jedoch nicht von der individuellen Lebensgeschichte, von Gefühlen, Wünschen, Hoffnungen, Ängsten und Konflikten abkoppeln.

Freilich: man ist versucht, sich von den manischen Ausflügen der Protagonistin in die weiblichen Feuchtgebiete den Blick fürs Ganze trüben zu lassen, dafür, was noch im Text steht – keineswegs zwischen den Zeilen oder gar hinter dem Text verborgen. Wer jedoch zu tief in die Vagina schaue erblinde, warnt ein arabisches Sprichwort. Im Text steht ganz unverschlüsselt: Helen fühlt sich trostlos einsam und versucht die Einsamkeit mit sexueller Erregung zu bekämpfen. Doch je lauter die Lust in den Feuchtgebieten wabbert, desto schriller lässt sich deren eigentliche Funktion vernehmen: zu trösten und Antwort auf die quälende Frage zu bekommen, bin ich wertvoll und werde ich von den geschiedenen Eltern geliebt, auch wenn ich kein hygienisiertes, kein pflegeleichtes Kind bin? Wie Kleinkinder ihren Kot und mithin ihr Selbst von Mama bewundert haben wollen, will Helen ihren geöffneten Leib von ihren Liebhabern und der Leserschaft bewundert und gewürdigt wissen. Darüber gerät ihr der Verkehr ins Rektum zum Inbegriff narzisstischer Zufuhr und Bestätigung. Das hat weniger mit Begehren, aber viel mit seelischer Not zu tun. Um im Jargon zu bleiben: Helen hat es nicht nur am Arsch, nein, sie ist am Arsch. Sie sei kaputt, sagt sie, sie halte es mit sich nicht mehr aus. Und so versagt das Geile seinen Dienst als Trostspender bis zur letzten Seite des Buches.

Diesen Roman als sexuell emanzipatorisch zu bewerten, wie es gelegentlich getan wurde, scheint mir ebenso daneben wie der Versuch, der Schönheitschirurgie solche Qualitäten zuzusprechen. Es dürfte sich eher um eine (kollektive) Abwehr des Trostlosen handeln, eine Abwehr, mit der sich Opfer sexueller Gewalt oft konfrontiert sehen, nur dass sich Helen diese Gewalt selbst antut. Wir hätten es mit einer „Sprachverwirrung“ (Ferenczi) zu tun, jenem Phänomen, das auftritt, wenn das Bekunden von Zärtlichkeits- und Anerkennungsbedürfnissen des einen vom anderen als sexuelle Anmache fehlinterpretiert und entsprechend beantwortet wird. Helen hat offenbar schlechte Erfahrung damit, wie folgende Szene zeigt. Sie sammelt ihre Tränen im Verschluss einer Wasserflasche und versteckt diesen mit der Begründung: „Damit es ja keiner von den Trampeln umstößt. Da steckt viel Schmerz drin, in dem kleinen Behältnis.“ Und keineswegs sollte man übersehen, wie empfindsam Helen auf chirurgische Eingriffe reagiert. Eindringlich schildert sie, wie sie an jedem Teil ihres Körpers hängt, sei er auch noch so verborgen wie der Anus, von dem sie sich ein Stück weg operieren lassen musste. Es könne doch nicht sein, beklagt Helen, „dass die mir was wegschneiden, wenn ich bewusstlos bin, und ich das gar nicht zu sehen bekomme, weil es sofort auf dem Müll landet.“ Sie deutet damit auf ein Verlustgefühl, das bei schönheitschirurgischen Eingriffen gerne verleugnet wird (vgl. Ettl, 2006).

Aber kein Zweifel: Der Rückzug auf den eigenen Körper und sein geiles Beforschen haben ihren Grund: Helen leidet an einem komplexen Trauma. Schon das Cover markiert dem Leser den Weg – überaus gelungen und unmissverständlich. Ein Pflaster (!), und das auch noch im Reliefdruck, ziert gleich einer Blindenschrift den Buchdeckel. Kein Ausflüchte also für von der Geilheit Geblendete. Es bleibt ihnen noch der Tastsinn und mit ihm könnten sie die psychische Verletzung, von der das Buch handelt, fühlen. Sie bräuchten nur mit dem Finger darüberzufahren. Welche Wunde soll unter dem Pflaster heilen? Eine vom sexuellen Getöse befreite Zusammenfassung der fiktiven Ereignisse enthüllt unverstellt das Trauma. Helen ist ein Scheidungskind und wünscht sich, ihre Eltern mögen sich „noch mal Hals über Kopf ineinander verlieben“. Dann könnte sie sich geborgen fühlen. Sie hofft, ihr Krankenhausaufenthalt kann dies bewirken.

Es will und will nicht gelingen. Von Mama zu „einer sehr guten Lügnerin ausgebildet“, versucht Helen sich einen verlängerten Aufenthalt zu erschwindeln. Je länger sie im Krankenhaus bleibe, so ihr Kalkül, desto größer ihre Chancen, die Eltern hier zusammenzuführen. Da erfolglos, greift sie zu einem stärkeren Mitteln. Sie fügt sich eine Verletzung zu, indem sie sich ein Eisenpedal ihres Bettes in ihren bereits lädierten Anus rammt: „Ich gehe so schnell ich kann zum Bett. Stelle mich mit dem Rücken davor, rutsche ruckartig runter und lasse meinen Arsch auf dieses Pedal knallen.“ Vor Schmerz schreiend und zitternd, fühlt sie genau, wie das Pedal durch starken Gegendruck in die Wunde eindringt. „Es tut höllisch weh“, so Helen. Sie hält sich den Mund zu, Tränen fließen über ihr Gesicht.
So in etwa muss man sich eine absichtlich herbeigeführte Selbstverletzung vorstellen. Der immense seelische Druck, unter dem die Patienten dabei stehen, zeigt die Bemerkung Helens, sie sei so schnell sie konnte zum Bett geeilt, um die Spannung zu lösen.

Starker Blutverlust erzwingt eine Notoperation. Die Sorge der Ärzte konfrontiert Helen mit ihrer eigenen Todesangst, die sie bis dahin verleugnet hat. Es beunruhige sie sehr, so Helen, denn ihr sonst so ruhiger Anästhesist renne plötzlich. Er scheine es sehr eilig zu haben. Die Ärzte fänden wohl, sie verliere zu schnell zu viel Blut. Jetzt, wo ihr klar würde, die sähen das genauso wie sie, ginge es ihr sehr schlecht, und sie habe Angst, wegen ihrer Elternverkupplungsidee zu sterben. „Das hatte ich gar nicht eingeplant“. Helens Selbstverletzung ist also parasuizidal.

Die Schwere der Symptomatik zeigt: die „Elternverkupplungsidee“ ist kein bescheidener Wunsch, den man als Scheidungskind halt so hat, sondern ein zutiefst bedrängendes Anliegen, das „höllisch weh“ tut. Die schmerzhafte Selbstverletzung ist ein Appell an die Eltern, ihr das dringend benötigte Lebenselixier ihres Paarwerdens nicht zu verweigern. Helen befindet sich in der Situation eines an Atemnot Erstickenden.

Die Selbstverletzung zeigt überdies Helens prekäres narzisstisches Befinden: „Notoperation. Mannometer, klingt das schlimm. Aber auch wichtig und aufregend. Als wäre ich wichtig. „Egal ob ich verblute oder nicht. Sehr kämpferisch, Helen, aber dumm. Du willst doch nicht sterben.“ Jetzt macht sich Helen die für Suizidanten typischen Phantasien. Wäre sie tot, wäre das der perfekte Grund für ihre Eltern, in ihrer Trauer wieder zueinander zu finden. „Sehr guter Plan, Helen, aber leider kannst du dann nicht mehr erleben, wie sie wieder zusammenkommen. Wenn du tot bist, guckst du nicht von oben zu.“ Helens Phantasien bestätigen die klinische Erfahrung, dass Selbstverletzung stets mit Suizidabsicht gepaart ist, motiviert vom narzisstischen Bedürfnis wichtig zu sein (vgl. Sachsse, 2002).

In einem Dialog mit ihrem Pfleger, löst sich die tödliche Spannung: „Ich habe Angst, Robin.“ „Ich auch, um dich.“ „Alles klar“, sagt Helen, „er liebt mich. Wusste ich´s doch. So schnell geht das manchmal.“ Die Spannung verfliegt, denn Helen bekommt von Robin, was sie sich von den Eltern so sehnlichst wünscht: Sorge um sie.

Alles umsonst: „Wo sind meine Eltern? Verdammte Scheiße noch mal! Die lassen mich einfach hängen. Ich dachte, die würden … sofort … auftauchen und ganz besorgt sein. Nichts. Keiner da.“ Helen ist sicher, andere Eltern wären die ganze Zeit im Krankenzimmer, oder säßen vor dem Telefon, um keinen Notfallanruf zu verpassen. Sarkastisch resümiert sie, dafür hätte sie wohl „mehr Freiheiten“. Sie kann sich genau vorstellen, wie bessere Eltern wären und spürt ihre Vernachlässigung als Zeichen des elterlichen Desinteresses. Hinter dem Wunsch nach Paarwerdung der Eltern wird jedoch der eigentliche Wunsch sichtbar: Ihre Eltern sollen „krank vor Sorge“ im Krankenzimmer auf sie warten und sich über den Schmerz ihrer Tochter unterhalten. D.h., wären die Eltern ein Liebespaar, wäre ihre Sexualität der Eltern kostbar, und sie könnte sie sich als Produkt ihrer Liebe wertvoll fühlen. Wären die Eltern auch noch in Sorge um sie, wäre das der Gipfel erlösender narzisstischer Zuwendung. Dann wäre sie wichtig und damit existent. Als Kind geschiedener Eltern hingegen muss sie sich als Abfall fühlen, wie wir gleich sehen werden.

Helen erzählt, dass sie sich einen Tag, nachdem sie achtzehn geworden war, habe sterilisieren lassen, obwohl sie, wie sie sagt, seit sie denken könne, ein Kind haben wollte. Als Grund gibt sie an, sie habe ein in der Familie wiederkehrendes Muster unterbrechen wollen. Alle, Urgroßmutter, Oma, Mama und sie selbst seien Erstgeborene. Alle nervenschwach, gestört und unglücklich. Zudem wollte sie mit der Sterilisation – auch eine Selbstverletzung – ihrer Mutter die Möglichkeit nehmen, über ihr Leben zu verfügen. Diese habe gesagt: „Wetten, wenn du dein erstes Kind kriegst, wird es auch ein Mädchen?“ Dieser Satz klänge nun nicht mehr bedrohlich, so Helen, wirft aber ein Licht auf Mutters negative Einstellung zur Weiblichkeit. Überdies ist zu vermuten, Helen stelle sich den Verkehr der Eltern als Analverkehr vor. Dann wäre der Darm tatsächlich der Ursprung der Welt, sie eine Darmgeburt, mithin Mutters Abfall und damit entwertet, eine Phantasie, die auch Essgestörte bisweilen äußern. Möglicherweise spiegelt sie das Unbewusste ihrer Eltern, was erklären würde, weshalb ihre Mutter Hygienerituale bei ihr, nicht aber bei ihrem Sohn anwendet. „Meine Mutter hat auf meine Muschihygiene immer großen Wert gelegt, auf die Penishygiene meines Bruders aber gar nicht. Der darf sogar pinkeln ohne abwischen und den Rest in die Unterhose laufen lassen.“ Kurzum: er darf sein, sie wird weggewischt.

Zurück ins Krankenhaus. Die Eltern kommen nicht, „Nie“, sagt Helen, „erst recht nicht gemeinsam. Wie soll der Plan dann aufgehen? Was für eine Scheiße. Eine riesige Scheiße.“ Helen scheint für ihre Eltern nicht zu existieren, als wäre sie Luft. Deshalb kann sie sich selbst nicht spüren und muss sich selbst starke Schmerzen zufügen, um ein Gefühl der Existenz zu bekommen. Patienten, die zu selbstverletzendem Verhalten greifen, beklagen immer wieder, von anderen nicht wahrgenommen zu werden. Keiner reagiere auf ihre Anwesenheit. Zuvörderst nehmen sie sich aber selbst nicht wahr. „Durch mich kann jeder hindurchgehen“, sagte eine Patientin, „ich bin ein Durchgangszimmer“. Das bedeutet zugleich, dass sich diese Patienten auch nicht im Spiegel sehen können. Sie ´sehen´ nur den anatomischen Körper, keinen Leib, keine Individualität. Der Leib aber ist es, der dem Körper das Gefühl gibt, in der Welt zu sein. Ist der Leib abhanden gekommen, wie das manchmal nach Schönheitsoperationen der Fall ist, spürt der Betreffende sich selbst nicht mehr und bedarf umso dringender des anderen oder eines heftigen Reizes, z.B. einer körperlichen Erkrankung oder einer Verletzung zur Existenzbestätigung. Fließt warmes Blut über die Haut, sind Narben am Körper zu sehen, sind die Patienten fasziniert, denn sie empfinden das als wohltuend. Das dürfte heißen, sie suchen ihren Körper nach Leibspuren ab. Da Helen als schmutzige Darmgeburt für ihre Mutter offenbar Objekt fanatischer Hygiene ist – „aus Muschiwaschen wird bei uns zu Hause eine riesenernste Wissenschaft gemacht“ -, fühlt sie sich vermutlich bis zur Merkmallosigkeit entstellt, ´entleibt´ sozusagen. Nun sucht sie nach dem durch Hygienemaßnahmen ausgelöschten Leib, will ihn über Lust und Schmerz spüren. Sie braucht das Gefühl, am und im Leben zu sein. Hat sie einen Leib, kann sie sich im Spiegel erkennen und die Eltern sie anerkennen. Man kann den gesamten Roman als Helens Suche nach dem verlorenen Leib verstehen.

Winnicott habe gute Gründe gehabt, darauf zu bestehen, nicht einfach die Dinge wegzuwerfen, an denen ein Kleines hängt, selbst wenn sie schlecht riechen oder sichtbar die Ästhetik der Familie verletzen, schreibt Rudolfo (1996). Man müsse hier mit viel Vorsicht verfahren. Es könnte sein, dass es das Kleine ist, das wir wegwerfen. Wäre das Kind zu früh einem Hygieneregime unterworfen, würde immer wieder das zerstört, was sich das Kind als Oberfläche aufgebaut habe. Die Rückstände, die das Wasser wegspült, wären dann nichts anderes als es selbst in seiner spontansten Dimension von Subjektivierung.

Da die Eltern nicht kommen, beginnt Helen an der Berechtigung ihrer Bedürfnisse zu zweifeln. „Ich bin bescheuert und will Sachen, die sonst keiner will.“ Da es sich jedoch um sehr basale Bedürfnisse handelt, kann man ahnen, wie sehr sie an ihrer Berechtigung zu leben zweifeln muss.
In ihrer Verzweiflung muss sie schließlich realisieren: eine Verkupplung der Eltern ist so aussichtslos wie ein Pony am Arsch zu saugen, um es von innen nach außen zu stülpen. Sie beschließt damit aufzuhören: „Schluss damit, Helen. Du wirst jetzt erwachsen. Du musst ohne sie klarkommen“. Aber auch hier sind ihr Steine in den Weg gelegt. Sie stolpert über den Mechanismus, den man Parentifizierung nennt. Er deutet sich in ihrer Haltung ihrem Pfleger gegenüber an, wenn sie denkt, sie müsse sich um ihn kümmern und dafür sorgen, dass er eine angenehme Schicht hat. Das sei „typisch Helen“, sagt sie. Die Parentifizierung wird sarkastisch von ihr benannt: „Ach, Helen, was du alles auf dich nimmst für das Wohl deiner Eltern. Rührend. Ha.“ Und weiter: „So geht es zu in unserer Familie. Ich weiß genau, wenn einer von denen so was hätte wie ich jetzt, ich würde nicht von seiner Seite weichen. Das ist der große Unterschied. Ich bin eher deren Eltern als die meine.“ Die Parentifizierung bindet ihre Ressourcen und verhindert ein ungestörtes Erwachsenwerden. Sie zwingt vielmehr in die Pseudoautonomie, die Frühreife und ins Altkluge.

´Ein Pony am Arsch saugen, um es von innen nach außen zu stülpen´ – welch ein Bild! Ist damit eine hygienefanatische Mutter gemeint, die ihr Kind zwecks Komplettreinigung umzustülpen versucht, um auch noch in die letzten Winkel seines Körpers vorzudringen? Kann sein. Ersetzt man in diesem Bild aber mal spielerisch „Pony“ durch „Kind“ sowie „Arsch“ durch „Brust“, erhält man einen Hinweis auf eine problematische frühe Mutterbeziehung. Wem dieser Kunstgriff missfällt, schlage bei Menninghaus (2003) nach. Er beschreibt den weiblichen Körper als Palindrom, das von vorn genauso wie von hinten ´gelesen´ werden kann. Auch Helen versteht ihren Körper als Palindrom. Als sie ein Foto von ihrem Po machen wollte, stellte sie das Menü des Fotoapparates auf Speisenfotografie. Am Po saugen dürfte demnach für sie dasselbe sein wie an der Brust saugen. Man könnte aber auch entgegenhalten, das Pony-Bild stamme von Robin, nicht von Helen. Ich denke indes, Robin hat intuitiv Helens Problem erkannt und in dieses Bild gefasst, sozusagen als Deutung. Mit anderen Worten: Wir hätten ein Kind, das feste an der Brust saugen muss, um sie von innen nach außen zu stülpen. Kurzum, das klingt doch eher nach angestrengtem, verzweifeltem und vergeblichem Saugen. Der Durst wird zur Gier, die Brust über dieses frustrierende Saugen zur schlechten Brust und nur Erschöpfung macht dem Prozess ein Ende. Eines der letzten Worte Helens im Roman lautet: „Ich bin zu müde“.

Über die körperliche Anspannung (vermutlich schon im Stilltrauma) erzählt Helen, sie spüre, wie ihre Muskeln an den Schultern immer kürzer würden, wie die Schultern zu den Ohren wanderten und dort festwüchsen. Sie versuche mit auf die Schultern drückenden Händen diese wieder nach unten zu biegen, mache die Augen zu und versuche, sich mit vorgetäuschten tiefen Atemzügen zu beruhigen. Das passiere immer, wenn sie merke, alles sei sinnlos. Von Sinnlosigkeit – davon handelt der ganze Roman.

Helen zeigt deutliche Deprivationsspuren als Ergebnis frühkindlicher Entbehrungen durch mangelnde Zuwendung und Sorge. Ihre zwanghaft-depressive Mutter, von Beruf „Scheinheilige“, ließ sie offenbar zuviel allein und war nur als Maschinenmutter (auf Anrufbeantworter) erreichbar: „Ich hebe den Hörer ab. Wähle die Nummer von Mama. Keiner geht dran. Anrufbeantworter. „Hallo, ich bin’s. Wann kommt mich denn mal jemand besuchen von euch? Ich habe Schmerzen und muss wohl noch lange hier bleiben … Ich lege auf. Feste. Man hört aber auf einem Anrufbeantworter keinen Unterschied zwischen freundlichem und festem Auflegen.“ Richtig. Diesen Unterschied in der Stimmung ihres Kindes kann eine Maschinenmutter nicht vernehmen. Man darf davon ausgehen, die im Krankenhaus erlebten Szenen repetieren die Eltern-Kind-Beziehung zuhause. D.h., wie im Krankenhaus, so war es immer schon. Und auch die trockene, kalte und immergleiche Kost, die sie als „Arschpatientin“ im Krankenhaus bekommt, natürlich medizinisch begründet, dürfte symbolisch für das emotional Karge, Trockene und die Kälte, die sie zu Hause erfuhr, stehen. Was denn die anderen Patienten zu essen bekämen, erkundigt sich Helen. Braten, Erbsen, Kartoffeln und Sauce. „Klingt für mich wie das Paradies. Auch weil es warm ist. Ich kriege nur kaltes Essen, und davon wird einem innerlich noch kälter.“ Der Titel „Feuchtgebiete“ zeigt, warum und wohin Helen die Flucht antrat. Emotional ausgetrocknet dürstet sie es nach Feucht-Warmem.

Bedeutsam für den sadomasochistischen Umgang mit dem eigenen Körper dürfte auch folgende Kindheitserinnerung Helens sein, von ihr als ihre „stärkste“ bezeichnet. Auf dem Badewannenrand sitzend, bekommt sie von ihrer Mutter die Ohren mit in warmes Wasser getunkten Wattestäbchen gereinigt. „Ein schönes kitzelndes Gefühl“, sagt Helen, „das sofort in Schmerz umkippt, wenn man zu weit eindringt.“ Die gleiche Lust empfinde sie, wenn sie sich heute mit Wattestäbchen ihre Ohren putze, „gerne auch ein bisschen zu tief.“ Hierin zeigt sich die masochistische Bindung an ihre Mutter. Helen macht aus der lustvoll erlebten intrusiven Mutter eine schmerzzufügende, der sie sich hingibt – „gern auch ein bisschen zu tief“. Wenn Helen diese Erinnerung als ihre stärkste bezeichnet, muss sie prägend gewesen sein. D.h., sie hat die intrusive Mutter introjiziert. Und in der Tat ist im gesamten Roman die Intrusion durchgängig Thema. Das schmerzende Wattestäbchen im Ohr, der Duschkopf, den sie sich in die Vagina steckt, das Eisenpedal im Rektum – alles Varianten der Intrusion. Jetzt versteht man: Die Selbstverletzung ist die Inszenierung des als gewaltsam erlebten Eindringens einer hygienefanatischen Mutter in die Körperöffnungen ihres Kindes. Und tief unbewußt wird auch der Penis der Männer so erlebt. Ich überlasse es dem Leser, dies zu prüfen. Er wird fündig werden.

Diese Erinnerung ist aber vielleicht auch deshalb die „stärkste“, weil in dieser Szene ihre Mutter real anwesend war. Als depressive, suizidale Mutter dürfte sie jedoch emotional eher abwesend gewesen sein. Deshalb wendet sich Helen extensiv ihrem eigenen Körper zu. Sie nimmt ihn als Ersatz für die fehlende Mutter. Helen flüchtet sozusagen vor einer objektlosen Depression zum Körper und idealisiert die lustbringenden Feuchtgebiete als Fluchtgebiete. In diesem Rückzug auf den eigenen Körper aus einer als unbefriedigend erlebten Umwelt, hier die Familienverhältnisse, auf die Helen keinen Einfluss hat und in der sie nichts bewirken kann, sehe ich einen der Gründe für den Erfolg des Romans. Er trifft offenbar einen Nerv und bietet einen Entwurf an, wie man frustrierenden (gesellschaftlichen) Verhältnissen begegnen kann. Der eigene Körper wird als Insel für Befriedigungen vorgeschlagen, die man buchstäblich selbst in der Hand hat, wenn – wie Helen sagt – alles sinnlos ist und man nichts kontrollieren kann. Dieser Entwurf schlägt allerdings nichts anderes vor als der Schönheits- und Hygienekult auch, gegen den der Roman angetreten ist. Er idealisiert den Rückzug auf den (schmutzigen) Leib, jener den auf den (hygienisierten oder künstlich geschönten) Körper.

Helen tröstet sich nicht nur mit ihrem Leib, nein, sie ernährt sich auch mit seinen Absonderungen aus der Nase, den Augen, der Haut, den Feuchtgebieten, die sie mit großem Vergnügen vertilge, sagt sie. Von nichts an ihrem Körper könne sie die Finger lassen, sie fände für alles Verwendung, auch für ihr Erbrochenes, als wäre sie ein Säugling, der zu lange sich selbst überlassen ist. Treffend bezeichnet sie sich als „Körperausscheidungsrecyclerin“, was meint, sie kann sich autark fühlen, braucht niemanden. Real jedoch bleibt sie ans Einverleiben und Ausscheiden fixiert, rotiert unablässig im oral-analen Modus, wie man es von den Essstörungen kennt. Helen macht den gesamten Leib zur Brust, zur Ganzkörperbrust. Aber diese Brust ist entwertet, eine schlechte Brust. Sie beinhaltet Abfall, nichts Wertvolles, Nahrhaftes. Helen erzählt: „Später mussten wir kotzen. Erst Corinna, dann … ich. In einen großen weißen Putzeimer. Die Kotze sah aus wie Blut, wegen dem Rotwein. … Und dann schwammen da überall nicht verdaute Pillen drin rum. Das kam uns wie eine schlimme Verschwendung vor.“ Und so habe sie literweise Kotze von ihrer Freundin, gemischt mit ihrer eigenen, getrunken: „Bis der Eimer leer war.“ Das „Erbrochene“ zeigt, es handelt sich um lauter (seelisch) Unverdautes (Beta-Elemente). Als aber der Eimer leer war, war Helen wieder randvoll mit Unverdautem und das sie so Quälende drängt erneut nach draußen. Anstatt der schmerzhaften Affekte ergießen sich Flüssigkeiten wie Sturzbäche aus ihrem Körper – lustvoll natürlich, wie Helen uns immer wieder zu überzeugen versucht. Aber es kann nie zu einer Erlösung kommen, da sie als Recyclerin alles Externalisierte wieder in sich aufnimmt. Ein circulus vitiosus.

Arme Helen. Sie muss wie ein Obdachloser aus dem Mülleimer leben. Ihr fehlt eine Mama, die sich ihr als Behälter für ihre Sorgen, Ängste und Qualen zur Verfügung stellt und ihr z.B. durch Beruhigung hilft, all das Unverdauliche in ihrem Inneren zu verarbeiten. Wir sprechen in solchen Fällen davon, dass die Mutter ihre Containerfunktion verweigert (containing-rejecting-mother). Das treibt Helen in die tiefe Regression. Die Freundin wird zur Mutter, mit der sie sich über den Blutkreislauf verbunden erlebt (das gemeinsam Erbrochene als Blut!), also mit ihr fusioniert. Das Unverdauliche in der Mutter wird zum Unverdaulichen im Kind. Es ist schwer zu entscheiden, ob sie hier von der Brust oder gar vom Fruchtwasser spricht. Aber Helen muss selbst das Schlechte als Kostbares retten, sonst wäre es eine schlimme Verschwendung. In der Not frisst der Teufel Fliegen. Aber es wird sichtbar, weshalb sich Helen als Abfall empfindet. Man ist, was man isst, heißt es. Jedenfalls habe ich dieses atmosphärisch Perinatale, die tiefsten Schichten des Erlebens einer Subjekt-Objekt-Verschmelzung, selten so sinnfällig in treffenden Worten und Bildern artikuliert gefunden wie in diesem Roman. Chapeau!

Immer wieder begegnen wir dem Motiv, dass aus der Not eine Lust, aus dem Trauma ein Vergnügen gemacht wird. Damit das funktioniert, muss bei Helen der Ekel dissoziiert bleiben. Nur der Leser empfindet ihn. Literarisch gesehen muss das Gefühl beim Leser sein, klinisch gesehen darf Helen keinen Ekel empfinden, weil sie sich anderenfalls von ihrem Leib als Mutterersatz distanzieren müsste. Das wäre unerträglich. Die Dissoziation erfolgt über den Mechanismus der Idealisierung des Körperabfalls und der Feuchtgebiete. Das ist die normale Perversion der Göre.
Verschlingt Helen nicht gerade Körperabfall, versucht sie Einsamkeitsbekämpfung durch Selbstunterhaltung. Ihr mache das Alleinsein Angst, sagt sie. Sie erzählt sich immer wieder alte Geschichten. Auch in der Selbstunterhaltung ist sie eine Recyclerin – eine Geschichtenrecyclerin. Mit anderen Worten: sie ruminiert. Mangels einer anwesenden Person spricht sie mit sich selbst, mit ihren inneren Objekten. Selbstgespräche als Copingversuch. Das sei besser, als hilflos im Bett zu sitzen und zu hoffen, jemand komme. Auf solche Ideen von ihr sei sie immer sehr stolz, sagt Helen. Und wie mit alten Geschichten tröstet sie sich auch mit Männern. Sie würde „mit jedem Idioten“ ins Bett gehen (da ist wieder der Abfall), sie wolle nicht eine ganze lange Nacht alleine schlafen müssen. Jeder sei besser als keiner, so Helen. Diese „Scheidungskindbeschwerden“ hätten die Eltern nicht beabsichtigt, als sie sich trennten. So weit dächten Erwachsene nicht. „Feuchtgebiete“ als Ratgeber für Eltern!

Vor dieser traumatischen Kulisse ereignet sich ein weiteres, ein punktuelles Trauma. Aus der Grundschule heimkommend findet Helen in der Küche ihre Mutter und ihren kleinen Bruder Hand in Hand schlafend am Boden liegen. Der Herd steht offen. Es riecht nach Gas. Sie schleicht zum Herd, dreht das Gas ab, ruft die Feuerwehr. Blaulicht. Martinshorn. Sie darf mitfahren. Papa kommt ins Krankenhaus. Die Parallele zu ihrem eigenen Notfall ist augenfällig. Nur: bei ihr kommt Papa nicht gleich ins Krankenhaus. Das Weitere ist charakteristisch. Die Familie spricht nicht über den Suizidversuch. Irritiert reagiert Helen mit einer Störung der Realitätsprüfung. Sie zweifelt an ihrer Wahrnehmung: hat sie geträumt, die Szene erfunden oder sich gar eingeredet? Fragen an die Mutter quälen sie: „Hast du mal versucht, meinen Bruder und dich umzubringen? Ungemein quälender jedoch die Frage: „Warum wolltest du mich nicht mitnehmen?“ In dieser Frage kulminiert ihr Vorwurf und ihre tiefe Enttäuschung: ihr Bruder wird von der Mutter vorgezogen, ihn will sie im Tod bei sich haben. Sie hingegen ist ausgeschlossen, abgelehnt, alleine zurückgelassen. Dabei wollte sie doch auch ein „Engel“ (ein grüner Krankenhausengel) werden. Wie tief Helen verletzt ist, macht eine kleine Bemerkung offenkundig. Schön langsam und vorsichtig sei sie zum Herd geschlichen, denn: „Es schlafen ja auch Leute“. Gemeint sind Mutter und Bruder. Sie hat sie anonymisiert, um sich distanzieren zu können. Das mildert den Schmerz.

Von der Mutter enttäuscht wendet sich Helen dem Vater zu und sucht sein emotionales Entgegenkommen, das sie bei der Mutter vermisst. Mit ihm könne sie jedoch nicht über echte Gefühle und Probleme reden, nur über Ersatzthemen. Das habe er nie gelernt. Er sage einfach nichts, außer sie frage ihn. Aber er würde nicht unfreundlich schauen. Aber nun bringt ihr Vater für sie ein aufblasbares Luftkissen für ihren kranken Po mit ins Krankenhaus. „´Oh, danke, Papa´. Er hat offensichtlich lange darüber nachgedacht, dass ich Schmerzen habe und was er dagegen tun kann. Mein Papa hat Gefühle. Und auch welche für mich. Schön.“ Aber nun gerät sie in eine „Sprachverwirrung“, denn kess wendet sie ihre Freude sogleich ins Inzestuöse. Beim Aufblasen habe sie extra viel Spucke am Pustenippel hängen lassen, erklärt sie, den sich ihr Papa nun ohne abzuwischen in seinen Mund gesteckt hätte. Helen maliziös: das sei doch schon „die Vorstufe zum Zungenkuss, könne man doch sagen, oder?“ Dann erklärt sie freimütig, sie könne sich gut und gerne Sex mit ihrem Vater vorstellen und gerät ins Erzählen. Früher, als sie klein gewesen sei und ihre Eltern noch zusammenlebten, seien diese morgens nackt vom Schlafzimmer ins Bad gegangen. Ihr Vater habe immer einen „dicken Stock im Lendenbereich“ vor sich hergetragen. Schon als ganz Kleine sei sie sehr fasziniert gewesen. „Die dachten wohl, ich merke das nicht. Hab ich aber gemerkt. Und wie.“ Gleichwohl ist die orale Qualität dieser Vatersehnsucht aus dem Kontext nicht zu übersehen. Helen sucht den père maternel.
Wie sehr sie der väterlichen Zuwendung bedarf, zeigt sich in der Beziehung zu ihrem Pfleger. Er höre ganz aufmerksam zu, betont sie. Nachdem sie aufgehört habe zu reden, habe er z.B. seine weißen Gesundheitsschuhe ausgezogen, sei auf ihr Bett geklettert, habe sich die Kerne (sie züchtet Avocadokerne, die sie als ihre „Kinder“ betrachtet, T.E.) sehr genau aus der Nähe angesehen. Das mache sie ganz glücklich, schwärmt Helen, so habe sich vorher noch nie jemand dafür interessiert.

Helen tendiert noch aus einem anderen Grund zum Vater, einem Grund, der zugleich einen Interpretationsvorschlag den Schönheitskult betreffend enthält, gegen den das Buch ja protestiert. In dieser fiktiven Familie ist der Vater Repräsentant des Leibes, wie ein Dialog zwischen Helen und ihrer Mutter zeigt: „Mama, weißt du, Hämorrhoiden sind erblich. Fragt sich nur, von wem ich die habe.“ … „Von deinem Vater.“ Im Schönheitskult gilt der Leib als schmutzig, krank, hässlich. Ist der Leib also der Vaterwelt zuzuordnen? Helen jedenfalls steht auf der Seite des Leibes, damit auf der des Vaters und protestiert gegen die Mutter. Hier wird eine Urphantasie bedient: Die Männer beschmutzen die Frauen. Sie könnte auch im Schönheitskult eine Rolle spielen.

Auch ihr Bruder repräsentiert den Leib. Auf seine Penishygiene wurde kein Wert gelegt. Der durfte pinkeln, ohne den Penis abwischen zu müssen, durfte sogar den Rest in die Unterhose laufen lassen. Auch eine Art, sich ein Feuchtgebiet anzulegen! Dies ist auch ein Grund, weshalb Helen Groll gegen ihren Bruder hegt. Aber diese Klage zeigt: die Mutter steht in dieser Familie für den Hygienekult und wird darüber zur Repräsentantin des körperfixierten Schönheitswahns. Entspricht also das Elternpaar dem „Paar von Körper und Leib“? Dann wäre es kein Zufall, dass dieser Roman, der gegen den Schönheitskult protestiert, von einem geschiedenen Paar handelt? Immerhin: im Schönheitskult ist das Paar von Körper und Leib auch geschieden.

Bleibt festzuhalten, bei „Feuchtgebiete“ handelt es sich um die Illustration des Erlebens, der Verarbeitungsmodi und der Spätfolgen früh Traumatisierter. Der Roman ist eine lehrbuchreife Fallgeschichte, die ins Regal der Psychotraumatologie gehört. Die flashbacks, die Helen heimsuchen – sie riecht Gas, „zum hundertsten Mal“, obwohl es nichts zu riechen gibt, – sichern diese Diagnose ab, auch wenn anale Lust ihren Beitrag dazu leisten und gelegentlich für literarisch schlechten Geruch sorgen dürfte. Die pathogene Psychodynamik der Selbstverletzung und der spezifischen Essstörung, die sich in Helens „Speisekarte“ dokumentiert, wird modern verarztet mit dem Pflaster der Geilheit. Selbstverletzung und Essstörungen verzeichnen übrigens eine ähnlich hohe ´Auflage´ wie „Feuchtgebiete“.

In den flashbacks zeigen sich ihre Todeswünsche gegen Mutter und Bruder. In ihrem Gaswahn geht sie davon aus, beide seien schon tot. Das Orale ihres Vernichtungswunsches, der als narzisstische Wut an die Oberfläche drängt, artikuliert sich in der zynisch-triumphalen Bemerkung über das Gas: „Eigentlich ein leckerer Geruch.“ Mutter und Bruder sind zu Gas geworden und sie hat sie aufgefressen.

Der Vater bleibt vom Gastod verschont. Wenn sie lebend aus dem Haus rauskomme, hätte sie nur noch ihren Vater, der zum Glück nicht mehr in diesem Todeshaus wohne. Der einzige Vorteil geschiedener Eltern, meint Helen.

Der Schluss des Romanes bewegt. Nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus nimmt Robin Helen mit zu sich nach Hause. Helen hat sich ihn als ihr Sexspielzeug ausgewählt, hofft jedoch, für immer mit ihm verbunden zu bleiben, sozusagen als Gegenentwurf zu ihren Eltern. „Ich halte ihm die Studentenfuttertüte mit den Tränentrauben hin. Ich glaube, wenn ein Mann die Tränen von einer Frau isst, sind die beiden für immer verbunden.“ Von einer Verbundenheit auf ewig weiss Robin allerdings nichts. Helen hatte nämlich ohne sein Wissen die Rosinen mit ihren Tränen getränkt und sie ihm dann zu essen gegeben.

Auf dem Heimweg zögert Robin. Er bleibt stehen und knöpft Helen ihr hinten offenes Krankenhaushemdchen zu. Er will ihren blanken Po, den sie immer gern allen zustreckt, bedecken. Eine fürsorgliche Geste. „Er will mich in der Öffentlichkeit bedecken. Gutes Zeichen“, sagt Helen. Das sehe ich auch so. Robin signalisiert ihr mit dieser Geste, sie sitze dem Irrtum auf, alle Welt sei an ihrem Hinterteil interessiert. Ihm scheint es zum Sex mit ihr noch zu früh. Er will keinen polymorph-perversen Kindersex. Robin verfällt nicht der „Sprachverwirrung“ und schützt damit Helen vor einer weiteren Opferkarriere.

Und so findet Helen am Ende in Robin doch noch ein gutes, einfühlsames, sich sorgendes Elternpaar, das sie schützt und ihr Zeit lässt, zu wachsen. Das braucht sie. Sie muss sich ja erst noch von den Windeln und dem Kinderarzt, den sie immer noch besucht, wie sie sagt, verabschieden. Ob´s dann vielleicht zwischen den beiden erotisch wird? Aber möglicherweise kommt es nie dazu. Die Pony-Hürde, die Robin aufgestellt hat, ist unüberwindbar. Es ist die Hürde zwischen Eltern und Kind: die Generationsbarriere, die vorm Inzest schützt. Vielleicht wird Helen ja auch dank ihres Wissensdurstes zur Wissenschaftlerin oder zur Künstlerin. Oder droht ihr Verwirrung?

Vorerst jedenfalls ein ´Hopeful End´, aber fraglos eine „Poetik des ruinierten Finales“ für all jene, die der Geilheit auf den Leim gegangen sind.

Literaturangaben

Böhme, G. (2003): Leibsein als Aufgabe. Leibphilosophie in pragmatischer Sicht. Kusterdingen: Die Graue Edition
Didi-Huberman, G. (1999): Venus öffnen. Nacktheit, Traum, Grausamkeit. Zürich-Berlin: diaphanes 2006
Ettl, Th. (2006): Geschönte Körper – geschmähte Leiber. Psychoanalyse des Schönheitskultes. Tübingen: edition diskord
Ferenczi, S. (1933): Sprachverwirrung zwischen dem Erwachsenen und dem Kind. In: Ders.: Bausteine zur Psychoanalyse, Bd. III, Frankfurt a.a M., Berlin, Wien: Ullstein, 1984
Klein, I. (1981): Blut & Blut & Blut. In: konkret/Sexualität. Frankfurt a. M.: Syndikat, 34-35
Menninghaus, W. (2003): Das Versprechen der Schönheit. Frankfurt a. M.: Suhrkamp
Roche, Ch. (2008): Feuchtgebiete. Köln: DuMont
Rodulfo, R. (1996): Kinder – gibt es die? Die lange Geburt des Subjekts. Freiburg i. Br.: Kore
Sachsse, U. (2002): Selbstverletzendes Verhalten. Psychodynamik – Psychotherapie. Das Trauma, die Dissoziation und ihre Behandlung. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht

September 2008

* Autor: Thomas Ettl, Dr. phil., Diplom-Psychologe, niedergelassener Psychoanalytiker in Frankfurt

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