16-18 Uhr: Radio Corax hören hätte können

22Dez07

Heute startet bei Radio Corax (95,9 oder livestream) ein neues Magazin zu Kultur und Medien. Themen heute werden sein: BLOGS & neues Album von bum kun cha youth und der kritsche blick drauf & MACHT und MEDIEN & Raster NOTON & teil der lösung & splasher vs. street art

Alle Beiträge zum nachhören, gibts hier:

Journalisten vs. Blogger?

Wir kommen zu Andrew Keen. Denn: Der hat ein Buch geschrieben, in dem er behauptet, das Internet zerstöre unsere Kultur. Keens Zorn richtet sich dabei nicht gegen die Technologie als solche. Nein. Sie richtet sich gegen die Förderer des sogenannten Web 2.0. Also Websites wie You Tube, My Space oder Wikipedia. Und vor allem: blogs –Websites, deren Inhalte ausschließlich von Nutzern selbst erstellt werden. Und die, so sagt Keen, die Wächterfunktion der Medien abgeschafft hätten. In die gleiche kerbe haut Michael Konken. Er ist der Bundesvorsitzenden des Deutschen Journalisten-Verbands. Alex von Radio Corax sprach mit ihm.

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We all thank you RAF?

Es ist schon einige Jahre her. Da wollte die Zeitschrift »Max« uns etwas als »RAF-Kult« verkaufen. »Die Zeit ist reif für RAF-Popstars«, zitierte sie fasziniert einen Fotografen. Dieser druckte gleich eine ganze Modestrecke ab, die er für eine andere Zeitschrift produziert hat: »Tussi Deluxe«, ein Lifestyle-Magazin, wie gemacht, um es beim Friseur durchzublättern. Der Fotograf habe darauf geachtet, dass jedes Detail der Fotostrecke authentisch sei, informierte uns »Max«. Die »Tussi Deluxe«-Redaktion selbst versucht in einem zweiseitigen, reichlich wirren Text zu erklären, dass sie ein ernsthaftes Interesse an den RAF-Protagonisten und ihrer angeblich so besonderen Kleidung habe. Und dann die Bilder. Eines etwa zeigt den Kopf des toten Andreas Baader in einer Blutlache. Dargestellt von einem Fotomodell. Auf das Bild montiert ist ein kleiner Kasten mit einem Foto, das ein Paar Hausschuhe zeigt. »Andreas Baaders Woolworth-Pantoffel sind Kult«, erklärt der Fotograf.

Es gibt wohl kaum eine abgefucktere Haltung. Vor allem, weil hier mit der Pose des Rebellentums hantiert wird und dabei doch nur ein Witz herauskommt, der dem Hirn eines Staatsschutzbeamten entsprungen sein könnte: Kopfschuss und Hauspuschen, da lacht der SS-Mann…

Wie gesagt: Der Versuch die RAF als Prada-Meinhof zu stylifizieren ist schon ein paar Jahre her. Nun sind wir in den letzten Zügen von 2007. Und in diesem Jahr kam der Rollback in Sachen RAF. „Keine Gnade ohne Reue“, verkündete Bundespräsident Köhler mit Blick auf das frühere RAF Mitglied Christain Klar. Köhler schlug Klar damit nach 25 Jahren Haft die Begnadigung ab. Wobei diese Verhärtung durchaus verwunderlich ist. Denn die Relevanz der RAF für die heutige innere Sicherheit tendiert gen Null. Im Gegenteil: der diesjährige unsägliche Palituch-Hype hat eher mit H&M zu tun, als mit radikalem Kampf. Dennoch: In den Feuilletons war das RAF Bashing der kleinste gemeinsame Nenner. Da gab es viel Unsinn, viel unerträgliches und selten etwas gutes. Hinein in diese Zeit hat nun eine Band ein Album veröffentlicht, dasz auf den Namen „Alarm! Hanns-Martin ist verschwunden“ hört. Klare Assoziation zur Entführung von Schleyer. Am Telefon ist nun Linus Volkmann. Er ist Teil der Bum Khun Cha Youth. Judith von Radio Corax sprach mit ihm.

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Warum Jan Hofer niemals schweigt

„Der Mensch im Medienzeitalter ist rundum informiert. Man könnte auch sagen: diszipliniert.“ Das sagt Matthias Eckoldt. Eckoldt promovierte über das Machtdispositiv der Massenmedien, veröffentlichte Radioessays über Systemtheorie, Konstruktivismus und Medienphilosophie, gab Lehrveranstaltungen im Gebiet Kommunikationswissenschaft an der Universität Greifswald und hält Seminare an der Freien Universität Berlin. 2000 erschien sein Roman moment of excellence bei Eichborn Berlin. In diesem Jahr veröffentlichte er im Kulturverlag Kadmos das Buch: Medien der Macht – Macht der Medien. Paul von Radio Corax sprach mit ihm.

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Teil der Lösung.

Der Begriff Extremismus ist aus der jüngsten politischen Debatte nicht mehr wegzudenken. Häufig bezieht er sich auf die Gefahr des internationalen terrorismus und dient als Argumentation für schärfere umfassende Überwachung. Komisch das dabei ein Begriff der auf den Soziologen Seymore Martin Lipset zurückgeht kaum Beachtung findet. Der Extremismus der Mitte. In den 50 ern wurde der aufgebracht um darauf hin zu weisen, dasz rechtsextremismus nicht außerhalb der mainstream-gesellschaft angesiedelt werden kann, sondern aus der gesellschaftliche mitte hervorgeht. Und da paszt der dann rein. Der unverkrampfte Patriotismus. Doch nicht nur nationalismus verschafft sich immer mehr dreister gehör. Vieles weißt darauf hin, dasz wir gerade eine renaissance des extremen konservativismus erleben. Hierzulande wird gerne über die rückschrittlichkeit us-amerikanischer kreationisten den kopf geschüttelt. Doch ist ein land wesentlich aufgeklärter in dem bücher wie peter hahnes „schlusz mit lustig“ die bestseller-listen bestimmen? Wohl eher nicht. Und da erwies sich in den letzten Wochen ein Buch als wahre Wohltat. Nämlich Ulrich Peltzers „teil der lösung“. Und den Schriftsteller und Gewinner des Anna-Seghers Preis sowie des Bremer Literaturpreises begrüßte Alex von Radio Corax am Telefon.

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Momentaufnahme. StreetArt.

Vor etwa einem Jahr wurde angefangen in New York Street Art Bilder von bekannten KünstlerInnen systematisch zu zerstören. Die Täter benutzten Farbbeutel, mit denen sie die Werke von Street Artists wie Shepard Fairey unkenntlich machten. Dazu plakatierten sie Flugblätter mit Erklärungen zu den Aktionen. Die Gruppe nennt sich selbst „Splasher“ und ihre gesammelten Texte kursieren im Internet als 16-seitiges pdf-File. Radikal politische Anti-Street Art? Für uns Grund genug das Wirken von Splasher zu durchleuchten. Und zu fragen: Wie subversiv ist Street-Art wirklich? Paul von Radio Corax sprach dazu mit Christian Heinecke. Er ist Autor des Buches Autor. „Street Art – Die Stadt als Spielplatz“.

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Das Forum auf www.radiocorax.de steht für Diskussionen offen!



3 Responses to “16-18 Uhr: Radio Corax hören hätte können”

  1. 2 alex

    reaktionen.


  1. 1 Art Blog » 16-18 Uhr: Radio Corax hören

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