NaziRapper fuck off!

13Sep07

„Sowas hat kein Leben verdient“
Die bekannte Easy Schorre plant am 05.10. eine Party mit den schlechtesten Rappern Berlins. Frauenhass, sexuelle Gewalt und Homophobie finden sich in vielen Texten.
Nazirapper G-HOT hat mit seinem Aufruf zur Vernichtung der ‚abnormen Schwulen‘ eine neue Ebene betreten, wegen Voksverhetzung und Aufruf zum Mord wird ermittelt. Doch auf der Party in Halle soll er als Headliner auftreten.

Dass „schwul“ im deutschen Rap für „scheiße“ steht und nach Aussagen der meisten Rapper das Beste an Frauen ihre drei „Löcher“ sind, ist hinlänglich bekannt. Auch die verbalen Ausfälle gegen Homosexuelle, zuletzt Bushidos Pöbeleien vor dem Brandenburger Tor, sind aus dem deutschen Hip-Pop momentan nicht wegzudenken.
Die 4:12 Minuten lange Hasstirade der Rapper G-HOT [gesprochen: Dschi-hat] und BOSS A BERETTA aus Berlin mit dem Titel „Keine Toleranz“ ist jedoch einzigartig. Während sonst im Reim-Vergleich mit rassistischen, nationalistischen oder eben homophoben Wortspielen kokettiert wird, formulieren die beiden eine eindeutige Aufforderung zur Vernichtung:
„Gott schuf Adam und Eva und nicht Adam und Peter/ […] Was soll in Zukunft passiern/ Männerehen und Schwuchteln die Mädchen erziehen/ Meiner Meinung nach hat sowas kein Leben verdient/ Man sollte Schwule in den Medien verbieten/ Aus meiner Gegend wird dieses Elend vertrieben/ [Weg hier] Ihr seid der Grund warum die Väter aussterben/ Falsch gepolt und steht wie Mädchen auf Pferde/ Eine Schande für den Mann in den Po gefickt/ Deine Eltern schämen sich dass Du ein Homo bist/ Ich geh mit zehn MG’s zum CSD/ Und kämpf für die Heten die auf Mädchen stehn/ Seid wie ein Mann und zeigt dass Ihr keine Toleranz habt/ Haltet zusammen und schneidet ihnen den Schwanz ab“

Soweit beschreiben G-HOT und BOSS A ihr Weltbild im Song „Keine Toleranz“. Von einer neonazistischen Skinheadgruppe müsste dieser Hate-Hit im Clubhaus einer ostdeutschen Schrebergartenkolonie zum Besten gegeben werden, in Halle kann der Nazirapper G-HOT in der bekanntesten und größten Diskothek, der „Easy Schorre“ auftreten. Es ist ein Deutschrap-Abend der Extraklasse, auf dem er zusammen mit einigen fast genauso niveaulosen Kollegen aus dem Berliner Möchtegern-Untergrund einem jungen und nicht nur sexuell frustrierten Publikum menschenverachtende, homophobe und frauenfeindliche Schlager präsentieren will.
Dass gegen ihn Verfahren wegen Volksverhetzung und Aufruf zum Mord laufen, ist den Verantwortlichen in der „Easy Schorre“ wohl unbekannt, ebenso wie die Texte der geladenen Gäste. Dies verwundert, sollten doch Veranstalter eigentlich etwas über die Acts wissen, die bei ihnen auftreten, muss es doch schließlich Gründe für das Booking gegeben haben. Auf youtube oder myspace stößt man sofort auf die brutalen und frauenverachtenden Songs, die nur von Gewalt, „Schwänzen“ und mit dem oder gegen den Willen ihrer Besitzerinnen penetrierten „Fotzen“ handeln.

Wir fordern alle halbwegs vernünftigen Leute auf, mit den verschiedensten Mitteln ihren Protest gegenüber den Veranstaltern und Sponsoren dieses so massiv in der gesamten Stadt beworbenen Konzertes zu äußern. Es ist verlogen, wenn sich diese Hetzer hinter dem Label „Hip-Hop“ oder „Provokation“ verstecken können.

RAPNAZIS RAUS!

Halle, am 12.09.2007

eQual! Halle
Initiative lesbischer und schwuler Studierender an der
Martin-Luther-Universität und der HfKD Burg Giebichenstein
equal_halle@gmx.net :: http://www.gleich.tk

RASENMÄHERMANN RELEASEPARTY :: 05.10.2007
„Easy Schorre“ :: Philipp-Müller-Str. 78 :: 0345/212240

via eQual! Halle

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RadioCorax95.9 Diskussion zu homophober Rap-Veranstaltung in der Easy Schorre Halle
Teil1
mp3link
Teil2 mp3link

RadioCorax95.9 Gespräch mit Murat Güngör, (* 1969 in Tarsus / Türkei) ist Musiker, Musikproduzent, DJ und Buchautor mit Hannes Loh: Fear of a Kanak Planet. HipHop zwischen Weltkultur und Nazirap 2002 ISBN 3854452101
mp3link

RadioCorax95.9 Interview zur Neuen Deutschen Rap Welle
mp3link



5 Responses to “NaziRapper fuck off!”

  1. Gelegenheit zur Auseinandersetuung mit den Veranstaltern der Nazirap-Party bietet eine live-Diskussion bei RadioCorax95.9
    14. September 2007, 13:30 Uhr
    im Sendestudio am Unterberg 11, Halle/Saale

  2. naja die Scene ist immer ein Spiegel der jeweiligen Gruppe die Sie gerade prägt oder beherrscht und deren kulturellen Hintergrund. Der wandel von Kreativität hin zu Aggressivität im Hip Hop kam mit den Wandel der dort prägenden Bands (von Freundes Kreis zu Bushido z.b.) aber hip hop oder rap war noch nie eine der tolerantesten Musik Richtungen gerade homosexuellen gegenüber da hip hop auch aus einer battle Kultur entstand.


  1. 1 . tjark vs rap // gaby berger und ich
  2. 2 …abstrafen und vernichten… « critique aujourd’hui
  3. 3 jetzt aber richtig « commander master chief

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